Darmstadt, 1978/80

Lineares Haus

Die neuen Institutsgebäude der Technischen Hochschule Darmstadt liegen am Stadtrand, auf der Lichtwiese, einer freien, von Wäldern umgebenen Freifläche. Die unterschiedlichen Hochschulbauten sind nach einem Raster angelegt, das durch Straßenführung, Baumreihen und Alleen geprägt wird. Als ergänzende Maßnahme zu den Neubauten haben wir das  "Lineare Haus" entwickelt. Schräg zu den Rasterplatten wird ein Fußweg so angelegt, daß er geradlinig und direkt vom Hochschulgelände über die Lichtwiese und durch den angrenzenden Wald zur Stadt führt. Als sichtbarer Zielpunkt in der Stadt ist dabei der Hochzeitsturm auf der Marienhöhe, der traditionelle Kulturstätte Darmstadts, anvisiert. Wesentliche Teile eines imaginären zweieinhalb-geschossigen Wohnhauses werden aus ihrem vertrauten räumlichen Zusammenhang gelöst und als fragmentarische Bauteile aneinandergereiht: Fassade, Kamin, Flur, Fenster, Türen, Treppen, Dach etc. Mit üblichen Baumaterialien, Fertigteilen und Reststücken des Industrie- und Wohnbaues errichtet, entsteht eine Art bautypologischer Sammlung. Die Abfolge der Teile entspricht dem möglichen Durchwandern des imaginären Gebäudes. Den gesamten Weg entlang sollen Pfeiler und Stangen in kontinuierlicher Folge aufgestellt eine Baulinie bilden. Als Maßkette für das Gelände und den fragmentarischen Charakter des Lineraren Hauses.

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