Nach dem Abgang von Werner Hoffmann nach Hamburg übernahm Alfred Schmeller das Museum des 20. Jahrhunderts in Wien. Erste Ausstellung unter seiner Leitung: Haus-Rucker-Co <Live>. Das Museum selbst, eine bis dahin elitäre Kulturinstitution, forderte zum Widerspruch heraus, den gesicherten Werten und ihrem weihevollen Rahmen die triviale Lebendigkeit des Publikums als Schaustück entgegenzustellen.
Zu betreten war die Ausstellung durch den Oxer, einen von schwarzem Stoff faltig verhüllten Kubus. Über eine kurze Rampe kommend, befand man sich in einem schräg geneigten dämmerigen Raum, der durch seine normal zum Boden stehende Türöffnung optisch so täuschte, daß man den Raum für gerade, die Leute im inneren aber als schräg stehend empfand. Eine Videokamera übertrug das Bild der tastend den Raum durchschreitenden Personen auf Monitore, die verstreut im großen Ausstellungsraum standen. Dem halbdunklen Trugbild des Oxers entronnen, fand man vor sich im Zentrum des Raumes eine riesige, leuchtend weiße luftgetragene Matte ( 15/15m, ca.1m hoch) mit drei spiegelnd weißen Kugeln darauf, deren Durchmesser doppelt so groß war wie die Menschen auf der Matte: das <Riesenbillard>.
Die Ausstellung wurde im selben Jahr auch im Museum of Contemporary Crafts, New York präsentiert.
---
Anläßlich des 150 Geburtstages von Frederik Olmstedt, dem Architekten des Central Parks, wurde der Öffentlichkeit am Samstag, den 30. April 1972 gegen 4 Uhr, vor einem zentral gelegenen Musikpavillon ein essbares Modell des Central Park präsentiert. Elemente des Parks und umliegende Gebäude waren aus "Pepperidge Farm Food" Kokosnuss- und Vanillekuchen, mit Brot und Piraittekuchen. Gebäudeinnenbereiche wuren mit Gruyerekäse von M.H. Greenebaum ausgestattet. Fassaden und Landschaften wurden aus grünen Pfefferschoten, Gurken, Oliven, Radieschen, Karotten, Kräutern und Gewürzen erstellt.
The New Yorker berichtete von dem Ereignis in seiner nächsten Ausgabe.